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 Wer oder was ist/sind die Feuerwehr?

Dieser Beitrag wurde geschrieben um die, in der Bevölkerung teilweise bestehenden, Wissensdefizite rund um das Thema Feuerwehr auszuräumen. Dazu werden hier ein paar Thesen und Fragen beantwortet.


Was ist die Feuerwehr?


Um erklären zu können was die Feuerwehr ist, muss man zuerst erläutern, dass die gesetzlichen Reglungen für Feuerwehren in Deutschland in den Landesgesetzen zu finden sind. Daher können Bestimmungen für Feuerwehren von Land zu Land unterschiedlich sein. Für Hessen findet hier das HBKG (Hessisches Gesetz über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz) Anwendung.


Feuerwehr ist gemäß des Gesetzes also eine Einrichtung der Kommune, die die Aufgabe hat den Brandschutz und die allgemeine Hilfeleistung sicher zu stellen. Darunter zählen beispielsweise Brände, Unfälle, Umweltgefahren, Menschenrettung, etc.
In Hessen - wie auch weiten Teilen Deutschlands - existieren drei Arten von Feuerwehren. Die sogenannten Berufsfeuerwehren beschäftigen Beamte, die Rund um die Uhr die Einsatzbereitschaft auf den Feuer- und Rettungswachen sicherstellen. Daneben existieren nicht-öffentliche Werkfeuerwehren, die für den Schutz von größeren Industrie- und Gewerbebetrieben zuständig sind. Solche Werkfeuerwehren existieren beispielsweise im Industriepark Wolfang in Hanau oder der Allessa Chemie in Frankfurt. Schlussendlich stellen mit ca. 95% der öffentlichen Feuerwehren die Freiwilligen Feuerwehren der größten Anteil der Einsatzkräfte in Deutschland.


Wer ist die (freiwillige) Feuerwehr?


Die freiwillige Feuerwehr an sich wird aus deren ehrenamtlichen Mitglieder gebildet. Diese Mitglieder müssen sich entsprechend Aus- und Fortbilden lassen um schlussendlich bei Einsätzen adäquat Hilfe leisten zu können. Da die Feuerwehr ein Teil der Kommune ist, ist der oberste Dienstherr der Bürgermeister bzw. die Bürgermeisterin. Diese(r) bedient sich einem Stadtbrandinspektor der die administrative und fachliche Leitung der Feuerwehr übernimmt. Er ist ebenfalls der fachliche Ansprechpartner für den Bürgermeister.


Innerhalb einer Stadt kann es - wie in Maintal - auch mehrere Stadtteile geben. In den meisten Fällen existiert pro Stadtteil ein Feuerwehrhaus mit einer eigenen "Einsatzabteilung" sowie Einsatzfahrzeugen. Dies wird ebenfalls durch eine eigene Leitungsfunktion geführt. Dieser nennt sich "Wehrführer" und organisiert beispielsweise Dienstveranstaltungen, Aus- und Fortbildung seiner Einsatzkräfte, Dokumentation von Einsätzen und vieles mehr.


Organisatorisch sowie rechtlich hat die Feuerwehr Maintal jedoch nur eine Feuerwehr, die auf mehrere Standorte verteilt ist.


Feuerwehr - Muss das sein?


Ja - in Hessen sind alle Kommunen gemäß HBKG §2 für den Brandschutz und die allgemeinen Hilfe zuständig. Die Kommune muss eine Feuerwehr aufstellen, die in der Regel zu jeder Zeit und an jedem Ort ihres Zuständigkeitsbereichs innerhalb von zehn Minuten nach Alarmierung wirksame Hilfe einleiten kann. Die Feuerwehr Maintal muss somit durch eine geschickte Verteilung ihrer Standorte dafür Sorge tragen, dass innerhalb der 10 Minuten ausreichend Einsatzkräfte mit den passenden Fahrzeugen und Ausrüstungsgegenständen vor Ort sind. Diese unterscheiden sich je nach Einsatzlage.


Doch "nur" ein Aufstellen einer Feuerwehr reicht noch lange nicht. Im HBKG §3 werden alle Aufgaben der Kommune etwas detaillierter beschrieben:



  • Aufstellen eines Bedarfs- und Entwicklungsplans
    Dieser enthält alle notwendigen Erweiterungen der Gebäude, Fahrzeuge und Ausrüstung die für eine leistungsfähige Feuerwehr von Nöten sind. Dies ist der "Rahmenplan" der Politiker um Beschaffungen zu planen.

  • Für Aus- und Fortbildung zu sorgen
    Die Kommune muss dafür sorgen, dass ausreichend Einsatzkräfte gemäß Bedarfs- und Entwicklungsplan ausreichend ausgebildet sind. Dies beginnt bei den normalen Einsatzkräften und geht hoch bis zu den Führungskräften, die eine langwierige Ausbildung in ihrer Freizeit absolvieren müssen, bis sie die Einsatzleitung bei größeren Schadenslagen übernehmen können und dürfen.

  • Alarmpläne und Einsatzpläne für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe aufzustellen

  • Für eine, den örtlichen Verhältnissen angemessene, Löschwasserversorgung sorgen

  • Notrufmöglichkeiten und Brandmeldeanlagen einzurichten und an die zuständige Leitstelle anzuschließen

  • Für den Selbstschutz der Bevölkerung sowie für Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung zu sorgen


Wie Sie sehen ist "Feuerwehr" somit kein Luxus den sich eine Stadt oder Gemeinde leisten kann, sondern eine der wenigen Pflichtaufgaben, die der Gesetzgeber vorgibt. Notwendige bauliche Maßnahmen an Gebäuden, Fahrzeugen oder Ausrüstungsgegenständen folgt damit nicht "Wünschen" bestimmter Personengruppen - wie gerne von Politikern und Kritikern hervorgehoben werden  - sondern ausschließlich langjähriger Bedarfsplanungen.


Kann jeder Mitglied der freiwilligen Feuerwehr werden?


Definitiv ja! Grundsätzlich kann jede Person über 17 Jahre Mitglied einer freiwilligen Feuerwehr werden. Der Gesetzgeber fordert ausschließlich eine geistig und körperliche Eignung. Auch Personen ab 10 Jahren ist es Möglich Mitglied der örtlichen Jugendfeuerwehr zu werden, die mit Spiel und Spaß auf den späteren Dienst in der Einsatzabteilung vorbereitet.


Feuerwehr, ein netter Verein! - oder?


Viele sehen "die Feuerwehr" als einen netten Verein, der gerne an Stadtfesten teilnimmt, Feste wir den Tag der offenen Tür ausrichtet oder zu Vereinsversammlungen einlädt. Zwischendurch machen Sie Übungen und fahren ab und zu zum Einsatz. Doch stimmt das überhaupt?


Nein, wie bereits unter "Was ist die Feuerwehr?" beschrieben handelt es sich bei der freiwilligen Feuerwehr an sich nicht um einen Verein, sondern um einen organisatorischen Teil der Kommune. Sämtliche Tätigkeiten wie Aus- und Fortbildung, Einsatzdienst, Wartung und Prüfung von Geräten, etc. werden unter Beachtung zahlreicher Vorschriften, Erlasse, Gesetze, Dienstanweisungen, Verordnungen und ähnlichem im Auftrag der Stadt durchgeführt. Diese ist ebenfalls für die Finanzierung dieser Aufgaben zuständig.


Zusätzlich existieren jedoch in vielen Orten auch so genannte "Feuerwehrfördervereine". Diese werden gegründet und sind meistens ein Zusammenschluss der Mitglieder der Einsatzabteilung sowie weiterer fördernden Mitgliedern und haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Brandschutz ideell und materiell zu fördern. Diese Fördervereine unterstützen dabei z.B. bei Veranstaltungen zur Öffentlichkeitsarbeit wie Tag der offenen Tür, Weihnachtsmärkte oder Straßenfeste mit der Verpflegung ihrer Gäste die städtische Einrichtung.


Mit den Einnahmen dieser Veranstaltungen sowie den Mitgliedsbeiträgen wird die städtische Pflichtaufgabe beispielsweise mit Anschaffung zusätzlicher Ausrüstung, Förderung der Jugendarbeit oder Veranstaltungen zur Mitgliederpflege unterstützt. Die meisten Vereine sind gemeinnützig und dürfen somit Spendenquittungen ausstellen. Damit werden Einnahmen und Ausgaben der Vereine durch einen jährlichen Kassenbericht durch das Finanzamt geprüft. Anderweitige Verwendung der Finanzmittel ist somit nicht möglich.


Feuerwehr - Hobbyretter


Gerne werden von Kritikern die Einsatzkräfte der Feuerwehr als "Hobbyretter" bezeichnet. Dies stimmt insoweit, dass ehrenamtliche Feuerwehrangehörige sowohl Einsatz- aus auch Übungsdienst in ihrer Freizeit als "Hobby" durchführen. Jedoch bleibt dabei die relativ umfangreiche Ausbildung dieser unberücksichtigt.


In einem kurzen Abriss erklärt: Zu Beginn der "Karriere" muss jede spätere Einsatzkraft einen 3 wöchigen Grundlehrgang durchlaufen. Danach erfolgt eine zweijährige Ausbildung am Standort sowie weitere Ausbildungen wie Sprechfunk- oder Atemschutzlehrgang. Erst nach Abschluss dieser zwei Jahre ist der Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau eine vollwertige Einsatzkraft. In den folgenden Jahren werden zusätzlich die ersten Führungslehrgänge, Maschinistenausbildung, Führerschein für LKW und weitere technische Lehrgänge besucht. Zusätzlich muss jeder jedes Jahr an 40 Stunden Fortbildung bei Übungen in seiner Feuerwehr nachweisen. Dazu kommt noch die Erfahrung die er bei Einsätzen in seinem Einsatzgebiet sammelt.


Einige Einsatzkräfte lassen sich zu Führungskräften ausbilden oder übernehmen zusätzliche Aufgaben im Bereich der sanitätsdienstlichen Versorgung. Somit haben die deutschen Feuerwehren im 21. Jahrhundert nicht nur ein extrem vergrößertes Aufgaben- und Einsatzspektrum sondern auch einen entsprechend ansteigenden Bedarf an zusätzlicher Aus- und Fortbildung. Die Anzahl der zu leistenden Stunden liegt ohne zusätzliche Lehrgänge bei rund 300 Stunden im Jahr. Dazu kommen je nach Lehrgang jeweils zwischen 35-70 Stunden.




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